Deja – vu in Unterbreizbach !

Fehlstart perfekt – MSV verliert mit 7:2 bei SV Kali Unterbreizbach

„Das zweite Jahr ist immer das schwerste!“ Dieser Satz ist fast genauso so alt wie der Fußball selbst, scheint sich aber gerade in Bezug auf unseren MSV wieder zu bewahrheiten. Nach der deftigen 2:7 (2:4) Auswärtsschlappe in Unterbreizbach steht das Team um Kapitän Christian Kött mit nur 2 Punkten aus 4 Spielen schon in unmittelbarer Nähe zu den direkten Abstiegsrängen. Zwar befindet man sich erst in der Anfangsphase der Saison, trotzdem benötigt man dringend ein Erfolgserlebnis, um die Abwärtsspirale stoppen zu können. Auch gegen die Offensivstarke Kali-Elf hatte man durchaus die Möglichkeit, dass Spiel zu den eigenen Gunsten zu wenden. Nachdem Christian Kött und Kevin Spittel den frühen 2-Tore Vorsprung der Hausherren egalisierten, war man drauf und dran selbst in Führung zu gehen. Doch die Gastgeber überstanden diese Druckphase schadlos und erzielten ihrerseits per Doppelschlag bereits vor der Pause eine Art Vorentscheidung. Auch weil der MSV keine Mittel gegen das blendend aufgelegte Kali-Duo Philip Jäger und Daniel Sauerbrei fand, geht der Sieg der Hausherren natürlich in Ordnung, auch wenn er am Ende vielleicht um 1-2 Tore zu hoch ausfiel.

Trainer Detlef Ortlepp (Silko Fischer fehlte erkrankt) hatte im Vergleich zum Gumpelstadt-Spiel wieder mehr Alternativen. Christian Lemmer und Stefan Zimmermann ersetzten Thomas Kehr (verletzt) und Andy von Roda, der nach seiner Roten Karte für 3 Pflichtspiele gesperrt wurde. Im Tor gab es den angestammten Wechsel zwischen Niko Schumann und Christian Haaß. Zudem standen Max Hirschel und Manuel Schlundt wieder zur Verfügung, die aber beide zunächst auf der Bank Platz nahmen.

Spielverlauf:
Vor 172 Zuschauern erwischten die Hausherren einen Start nach Maß. Stefan Zimmermann kam im Strafraum gegen Daniel Sauerbrei einen Tick zu spät, sodass Schiedsrichter Matthias Böttger auf den Punkt zeigen musste. Philip Jäger ließ Niko Schumann keine Abwehrchance und brachte seinen Farben damit bereits in der 3. Minute mit 1:0 in Front. Die Reaktion des MSV ließ aber nicht lange auf sich warten. Nach schönem Spielzug über Fabian Brandau und David Häuschen hatte Kevin Spittel freie Schussbahn, scheiterte aber an der guten Reaktion von Lukas Ruhnau. Fabian Brandau schnappte sich jedoch gedankenschnell den zweiten Ball, blieb aber im Duell mit dem Keeper ebenfalls nur 2. Sieger (8.). Das Spiel wog währen der gesamten 1. Halbzeit hin und her, da beide Teams nahezu mit offenen Visier spielten und teilweise die Defensive vernachlässigten. In der 13. Minute erhöhten die Gastgeber auf 2:0, nachdem Daniel Sauerbrei Marco Kritisch freispielte und dessen Schuss aus 8 Metern unhaltbar abgefälscht wurde. Der MSV bewies Moral und antwortete prompt. Julian Bindel‘s scharfe Hereingabe von rechts klärte der Torschütze zum 2:0 zwar noch mit Hilfe der Latte (20.). Die anschließende Ecke sollte dann aber Folgen haben. Fabian Brandau bediente Christian Kött und der Kapitän verkürzte per Kopf auf 2:1 (21.). Mosbach blieb nun am Drücker und kombinierte sich immer wieder sehenswert in die Gefahrenzone. Kevin Spittel setzte Michael König ein, der im Strafraum nur noch per Foul zu bremsen war. Den fälligen Elfmeter verwandelte Toptorjäger Kevin Spittel sicher zum 2:2 Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt auch hochverdient war. Der MSV hatte nun Oberwasser und man hatte durchaus den Eindruck, dass das Spiel endgültig kippen könnte. Nach feiner Balleroberung schickte Stefan Zimmermann über die linke Seite Kevin Spittel auf die Reise. Der Stürmer spielte seine Schnelligkeitsvorteile aus und legte den Ball zurück auf David Häuschen, der aber aus 5 Metern die Kugel über den Querbalken drosch (32.). Wer weiß welchen Verlauf das Spiel genommen hätte, wenn der MSV hier erstmals in Führung gegangen wäre. Aber wie sagte selbst TV-Experte Lothar Matthäus neulich: „Wäre, wäre Fahrradkette!“
Ein Doppelschlag kurz vor dem Seitenwechsel brachte die Gastgeber dann auf die Siegesstraße. In der 37. Minute bereitete Daniel Sauerbrei nach eigenem Ballgewinn einmal mehr vor für Philip Jäger, der freistehend das 3:2 erzielte. Nur 2 Minute später zeigte Schiedsrichter Matthias Böttger zum Dritten Mal auf den Punkt, nachdem Tobias Lämmerhirt im Zweikampf mit Thomas Brandau zu Fall kam. Auch diese Entscheidung war korrekt. Philip Jäger behielt erneut die Nerven und verwandelte sicher zum 4:2 für Unterbreizbach.
Der Mosbacher SV kam mit neuem Mut aus der Pause, intensivierte die Angriffsbemühungen und drängte auf einen schnellen Anschluss. Die Hausherren ließen generell aber wenig zu, verteidigten clever und holten sich auch oft die wichtigen 2. Bälle. Der MSV erhöhte mehr und mehr das Risiko und betrieb hohen Aufwand, wurde dafür aber nicht belohnt. Im Gegenteil. Die Gastgeber setzten mit zunehmender Spieldauer immer wieder Nadelstiche und waren bei Kontern brandgefährlich. Als dann Niko Schumann ein abgefangener Steilpass aus den Händen glitt, sorgte Daniel Sauerbrei nach Vorlage von Philip Jäger für die Entscheidung (5:2/62.). Während sich beim MSV, bei dem Kapitän Christian Kött zudem noch verletzt ausschied (67.), zunehmend Resignation breit machte, schien den Gastgebern nahezu alles zu gelingen. In der 72. Minute schloss Daniel Sauerbrei einen weiteren Konter zum 6:2 ab und avancierte damit endgültig zum Spieler des Spiels. Den Schlusspunkt und für viele auch das schönste Tor des Tages setzte in der 85. Minute Routinier Michael Schmidt. Kurz zuvor eingewechselt, verschaffte er sich mit einer Körpertäuschung genügend Raum und drehte den Ball aus 16 Metern in den Winkel.

Der Abpfiff kam einer Erlösung gleich. Für den MSV gilt es nun die Trainingswoche bestmöglich zu nutzen, um die vielen einfachen Fehler anzusprechen und aufzuarbeiten. Auch wenn das Ergebnis was anderes zeigt, gab es auch wieder einige gute Ansätze. Allerdings gibt es im Spiel gegen den Ball immer wieder große Abstimmungsprobleme zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen, was in der Kreisoberliga gegen viele Teams der Genickbruch ist. 16 Gegentore nach 4 Spielen sprechen leider auch eine deutliche Sprache.

Kommenden Sonntag wird es nicht leichter. Im Langetal erwartet man mit dem FSV Ulstertal Geisa zwar einen Aufsteiger, allerdings gelten die Gäste als sehr spielstark und sind zudem amtierender Kreispokalsieger. Anpfiff ist um 15:30 Uhr.

Tore: 1:0 Philip Jäger (FE/3.), 2:0 Maro Kritsch (16.), 2:1 Christian Kött (21.), 2:2 Kevin Spittel (FE/26.), 3:2, 4:2 Philip Jäger (37./FE/40.), 5:2, 6:2 Daniel Sauerbrei (62./72.), 7:2 Michael Schmidt (85.)

Schiedsrichter: Matthias Böttger
Assistenten: Klaus Reißig und Jörg Weber

Zuschauer: 172

MSV: Niko Schumann; Christian Lemmer, Thomas Brandau, Christian Kött (c/Manuel Schlundt/67.), Stefan Zimmermann, Max Bruder, Julian Bindel, David Häuschen (Max Hirschel/77.), Fabian Brandau, Michael König (Philipp Peterhänsel/61.), Kevin Spittel