Der ” Süden ” erklärt Widerstand !

Der Widerstand aus dem Süden

Auch aus dem Süden Thüringens weht dem TFV nun Gegenwind um die Nase. Die Vorsitzenden des KFA Rhön-Rennsteig und des KFA Südthüringen fordern, dass der Beschluss des TFV-Vorstandes vom 05.05.2020 – also die Fortführung der Saison – aufgehoben wird.

Hans Hörnlein (Vorsitzender KFA Rhön-Rennsteig) und Dietmar Börner (Vorsitzender KFA Südth.) haben gemeinsam einen Antrag verfasst und ihn in die Landeshauptstadt gesendet. Klare Botschaft an den Landesverband: Die Saison soll abgebrochen werden.

„Wir wollen, dass der Vorstandsbeschluss aufgehoben wird. Passiert das nicht, dann beantragen wir einen außerordentlichen Verbandstag, sagt KFA-Boss Hans Hörnlein, der sein Pendant aus Südthüringen, Dietmar Börner, an seiner Seite weiß. „Wir haben uns abgestimmt und haben uns das gemeinsam angekuckt. Es gibt zu viele Nachteile bei einer Saisonfortführung“, so Hörnlein.




Im gemeinsamen offenen Brief begründen die Verfasser ihre Forderungen, erklären, warum eine Saisonfortführung aus ihrer Sicht keine Option ist. Schon bei der Abstimmung des TFV Vorstandes am 05.05.2020, als die Saisonfortführung beschlossen wurde, waren ihre beiden Stimmen zwei der drei Gegenstimmen.

Mit ihren Argumenten wollen sie nun auch weitere Vorstandsmitglieder und KFA-Vorsitzende überzeugen, um eine Mehrheit für ihre Forderung zu erreichen. „Wir hoffen, dass wir die Vorstandsmitglieder erreichen und eine Mehrheit bekommen“, erklärt Hörnlein, der selbstverständlich auch zur Kenntnis nahm, dass auch bereits von Vereinen und Vereinsbündnissen Beschwerde eingelegt wurde. Eine andere Initiative startete eine Petition für den Abbruch im Thüringer Nachwuchsfußball. „Die Jugend aus dem Beschluss auszugliedern, würde uns nicht reichen. Eine Saison besteht doch aus Jugend, Herren, Frauen und alten Herren. Für mich muss es eine einheitliche Lösung geben. Da gehören alle dazu“, sagt Hörnlein, dem es am liebsten wäre die Saison wird wie in der überwiegenden Mehrheit der Landesverbände (außer Bayern) abgebrochen. Wenige Verbände haben noch keine Entscheidung getroffen. Auch das stellt ein großes Problem dar: Die anderen Landesverbände unter dem NOFV haben abgebrochen. Das würde das „endgültige Chaos schaffen“, heißt es im gemeinsamen Antrag.

Der Antrag der Kreisfußballauschüsse Rhön-Rennsteig und Südthüringen im Wortlaut:

“Gemeinsamer Antrag der Kreisfußballausschüsse Rhön-Rennsteig und Südthüringen

Antrag:

Der Vorstand des Thüringer Fußball-Verbandes wird durch die beiden Kreisfußballausschüsse aufgefordert, den Beschluss vom 05.05.2020 zur Fortführung der Saison 2019/20 aufzuheben und mit der Planung der Saison 2020/21 zu beginnen oder bis 27.06.2020 einen Außerordentlichen Verbandstag einzuberufen.

Begründung:

Zu Beginn der Unterbrechung der Spielsaison gab es von Seiten unseres Präsidiums den Hinweis und Rat, möglichst einheitliche Regelungen im NOFV anzustreben, damit eine Verzahnung der Spielklassen des NOFV zu den Landesverbänden vorhanden bleibt. Aber wie ist jetzt die Lage: Der NOFV bricht zum 30.06.2020 alle Spielklassen (Männer, Frauen und Nachwuchs) ab, auch Regionalliga und Oberligen Nord und Süd. Dazu haben alle Landesverbände im NOFV (Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt) ihren Spielbetrieb zum 30.06.2020 beendet. Nur Thüringen will die Saison fortführen !

Was bedeutet dies nun für uns im TFV. Es würden zwei Spielzeiten (2019/20 und 2020/21) in unserem Land nebeneinander Laufen. Für die Vereine in der RL bzw. OL (auch beim Nachwuchs), wie wird beim Einsatz von Spielern in den zweiten Mannschaften entschieden, ein Chaos ist vorprogrammiert. Nach dem Proteststurm der Vereine über die geplante Fortführung der Saison hat das Präsidium erstmals reagiert und verspricht dazu einen neuen Beschluss zum Nachwuchsspielbetrieb. Ebenfalls ein Ding der Unmöglichkeit, A-Junioren mit Männerspielrecht könnten dann in zwei Spielzeiten spielen, wie soll dann mit Feldverweisen verfahren werden oder werden wir für 2019/20 und 2020/21 eine neue Spielordnung erarbeiten und das endgültige Chaos schaffen.

Hätte man nach der Telefonkonferenz des Präsidiums mit den KFA-Vorsitzenden (am 06.04.2020) mit Besonnenheit reagiert und die Entwicklung in anderen Landesverbänden verfolgt, wäre das überstürzte Webinar, dass noch dazu nur in eine Richtung orientierte, nicht erforderlich gewesen. Dann wurde auch noch eine Abstimmung innerhalb von 60 Stunden erzwungen. Viele Vereine konnten sich in der Kürze in ihren Vereinen gar nicht intensiv austauschen und wurden dazu mit der rechtlichen Keule des Präsidiums konfrontiert. So erreichte man schließlich das erhoffte Ergebnis.

In der Zwischenzeit haben ein Großteil der Vereine erkannt, welche gravierenden Auswirkungen eine Fortführung der Saison für sie auch gerade in finanzieller Hinsicht und in der Organisation ihres Spielbetriebes mitbringen werden. Schon Anfang April hatten sich zwei Drittel der Vereine der Verbandsliga und Landesklassen für den Saisonabbruch ausgesprochen und auch fünf Kreise waren für den Abbruch. Nun braucht man sich über den Proteststurm der Vereine gegen diesen Beschluss des Vorstandes nicht zu wundern. Schon 10 Vereine der Verbandsliga und viele Vereine der Landesklassen und Kreisoberligen haben sich öffentlich gegen die Fortführung des Spieljahres 2019/20 ausgesprochen.

Wenn schon die höchste Spielklasse im Landesverband für einen Saisonabbruch sich ausspricht, sollte man auch den Mut aufbringen, eine umstrittene Entscheidung zu korrigieren.

Nur Bayern und Thüringen wollen fortführen,

16 Verbände brechen am 30.06.2020 die Saison 2019/20 ab und beginnen dann die neue Saison 2020/21. Überwiegend wird beim Abbruch das Prinzip es gibt Aufsteiger und keine Absteiger angewendet.

Nur in Hessen, Hamburg und Mittelrhein stehen die Entscheidungen noch aus.
Die Regionalligen Nord, Nordost, Südwest und West wurden ebenfalls abgebrochen.

Diese Argumente sollten nochmals unseren Antrag auf Aufhebung des Beschlusses bzw. Durchführung eines Außerordentlichen Verbandstages unterstreichen.”