Männer mit Debakel !

Kreisoberliga – Saison 2020/21

4. Spieltag, Sonntag, der 27.09.2020

Mosbacher SV – SG SpVgg Siebleben 06

0:8 (0:4)

Zuschauer: 190

 

Eine denkwürdige Niederlage erlebte gestern der MSV mit dem 0:8 im Langetal. Nach langer Recherche in den lückenlosen Unterlagen seit 1970 konnte keine höhere Heimniederlage in einem Pflichtspiel nachgewiesen werden !.

Eigentlich sollte es ein Spiel auf Augenhöhe werden, eigentlich. Am Ende mussten die Hausherren noch zufrieden sein, das das Ganze nicht zweistellig ausging. Zum Einen war es der nicht mehr so konsequenten Ausnutzung der sich bietenden Torchancen der Gäste zu verdanken, zum Anderen war es Keeper Christian Haaß, der mit zum Teil spektakulären Paraden – wohl gemerkt über die gesamten 90 Minuten –  ein noch höheres Ergebnis vereitelte. Schon die ersten Diagonalbälle in den Rücken der MSV – Abwehr, deuteten an wie die Gäste agieren würden. Hier hätte die Mannschaft sofort reagieren müssen und versäumte es die Passgeber unter Druck zu setzen bzw tiefer im Raum zu stehen. Genau dies geschah aber auf der Seite des MSV. Die Angreifer und das Mittelfeld der SG ( hatte nach wenigen Minuten alles unter Kontrolle ) ließen dem MSV keine Ruhe. Also wurde der Spielaufbau gezwungener Maßen über Keeper Haaß gesucht, weil einfach zu wenig Anspielpunkte geschaffen wurden. Dessen lange Schläge wurden eine leichte Beute der körperlich überlegenen Abwehr der Gäste. Schon kam der nächste Angriff. Die Abstände waren viel zu groß, David Häuschen und Max Bruder bekamen die Mitte einfach nicht dicht, auch weil die nötige Hilfe nicht vorhanden war. In den Halbräumen dahinter starteten die Angreifer Fröbe, Lehmann immer wieder ihre Laufwege. Beim nächsten Pass in den Rücken der Abwehr steht die rechte Seite völlig blank. Anschließend geht es für den MSV alles viel zu schnell und Michele Lehmann braucht nur noch nach 11 Minuten einschieben. Nur sporadisch kam der MSV in die Nähe des Gästestrafraum. Erst nach 28 Minuten (!) kam Gefahr für das Gehäuse von Keeper Jens Schuchardt auf, weil Moritz Wilhelm sein Laufduell gewinnt und die Flanke auf den Kopf von Max Hirschel einen Tick zu hoch ansetzt und der Angreifer verzieht. Ob dabei Schuchardt erst den Angreifer zu Fall bringt  – müßig darüber zu spekulieren. Yannik Peterhänsel musste kurz zuvor länger behandelt werden und hielt zwar bis zur Pause durch, blieb aber dann doch in der Kabine. Für ihn kam Mika Schade in die Partie. Was dann in den Köpfen des MSV zwischen der 36 bis 42 Minute vorging – keiner weiß es. Die Einladungen durch falsches Stellungsspiel, die erneuten Ballverluste an der Mittellinie sowie bei eigenen Einwürfen nutzen die Gäste gnadenlos aus und zeigten dem MSV an diesem Tag seine Grenzen auf. Jedenfalls hatten Julian Fröbe (2) und Sören Lehmann für die Entscheidung gesorgt.

Nach der Pause wollte die Mannschaft noch Schadensbegrenzung begehen, dieses Vorhaben dauerte bis zur 56 Minute, als erneut Fröbe der Nutznießer eines schlimmen Fehlabspieles im Aufbau war. Nur 120 Sekunden später stand es 6:0, weil es die ersten Auflösungserscheinungen in der Defensivarbeit gab. Bei beiden Gegentoren reagierte Christian Haaß zuvor noch prächtig, jedoch waren die Angreifer bei den Abprallern jeweils gedanklich einfach schneller. Augenfällig auch die Tempohärte der Gäste, dem der MSV nicht viel entgegen zu setzen hatte. Der eingewechselte Kevin Spittel zwang dann nach 73 Minuten Schuchardt zu seiner besten und einzigen Parade in der zweiten Hälfte. Giuseppe Ladato erhöhte auf 7:0, weil der MSV nach einer Ecke sich den Ball gegenseitig in den Rücken köpft (74.) und als der selbe Spieler dann auch noch aus 25 Meter in den Winkel trifft ist die Demontage der Hausherren perfekt. Max Bruder hat dann noch die dicke Chance zum Ehrentreffer, jedoch typisch für diesen Tag, anstatt selbst zu schießen, legt Max nochmal quer und Sieblebens Abwehr kann klären (84.). Schiri Tobias Claus erlöst mit seinem Abpfiff dann den MSV.

Anschließend feiern die Gäste völlig zu Recht ihre leichten drei Punkte – nur wenige Meter daneben steht ein völlig ratloser MSV. Hier versucht der verletzte Kapitän Andy von Roda sofort eine sachliche  Aufarbeitung des Spieles zu geben, ob er die Köpfe der Spieler erreicht hat – dies bleibt offen.

Niemand bricht über dem MSV den Stab – dennoch muss sich die Mannschaft die Kritik gefallen lassen, das die Ursachen dieser Niederlage allen schon länger bekannt sind, nun hat Siebleben die Auswirkungen schonungslos einen jeden klar gemacht. Jetzt müssen die Köpfe aller Beteiligten zusammengesteckt werden, um so schnell wie möglich Lösungen auf den Weg zu bringen und gemeinsam aus der Krise zu kommen, dann werden sich auch die Erfolgserlebnisse wieder einstellen ! Immer wieder MSV !!.

Das Aufgebot: Christian Haaß, Yannik Peterhänsel, Stefan Zimmermann, Thomas Brandau (C), Max Bruder, David Häuschen, Lukas Braun, Philipp Peterhänsel, Philipp Urban, Moritz Wilhelm, Max Hirschel.

Die Wechselbank: Kevin Spittel, Mika Schade, Fabian Brandau.

Die Wechsel: Mika Schade für Yannik Peterhänsel (45.), Kevin Spittel für Moritz Wilhelm (62.)

Tore: Fehlanzeige

Die Zuschauer: 190, gesamt bei 2 Heimspielen 377 – im Schnitt 188

Der Schiri: Tobias Claus

Die Assistenten: Janik Patz, Jonas Scheffel.