MSV verliert Spitzenspiel !

4:2 Niederlage bei Siebleben – MSV verschläft die Anfangsviertelstunde

 

Der Mosbacher SV hat das Spitzenspiel bei Tabellenführer SpVgg Siebleben mit 4:2 (4:1). Entscheidend waren dabei die ersten 15 Minuten der Partie, in der die Gastgeber 4 Standardsituationen zu einer 4:0 Führung nutzten. Der MSV bewies in der Folge Moral, gab zu keiner Zeit auf, konnte diese Hypothek aber nicht mehr begleichen. Viel schlimmer als die Niederlage ist allerdings, dass sich das ohnehin schon gut gefüllte Lazarett nochmal deutlich vergrößert. Mit Max Hirschel, Lucas Braun, Moritz Wilhelm und Philipp Oberender schieden gleich 4 Spieler verletzungsbedingt aus. An dieser Stelle die besten Genesungswünsche.

 

MSV-Trainer Silko Fischer (Kollege Detlef Ortlepp war urlaubsbedingt verhindert) konnte wieder auf die Dienste von Mika Schade, Max Bruder und Lucas Braun zurückgreifen. Alle 3 rückten nach überstandener Corona-Infektion direkt wieder in die Startelf. Dagegen fehlten im Vergleich zur Vorwoche mit Philipp Urban, der sich im Spiel gegen Unterbreizbach einen Muskelfaserriss zuzog, Kevin Spittel und Maik Hirschel (beide Corona) ebenfalls 3 Spieler. Somit nahm neben Justin Ludwig und Philipp Oberender nur noch Alt-Herren Spieler Robin Bötticher (Vielen Dank nochmal an dieser Stelle) auf der Bank Platz.

 

Zum Spiel:

So paradox das im Nachhinein klingen mag, eigentlich kam der MSV gut ins Spiel. Andy von Roda fing einen Querpass im Mittelfeld ab und kam nach Doppelpass mit Max Hirschel aus halblinker Position zum Abschluss. Jens Schuchardt im Tor der Gastgeber ließ sich aber nicht überraschen und parierte sicher (1.). Die erste Hiobsbotschaft ging aus Gästesicht allerdings mit dieser Szene einher. Max Hirschel blieb beim Pass im Rasen hängen und musste wenig später mit Verdacht auf Muskelfaserriss passen. Justin Ludwig kam dafür neu ins Spiel (6.). Der 18-jährige zeigte in der Folge eine gute Leistung, war oft nur per Foul zu bremsen. Zum Zeitpunkt des Wechsels stand es allerdings bereits 1:0 für die Gastgeber. Was war passiert? Quasi im Gegenzug zur ersten MSV-Chance gab es eine Ecke von der linken Seite. Sören Lehmann servierte und Robin Merten köpfte fast ungehindert zur Führung ein (2.). Auch diesen Rückschlag steckte der Gast eigentlich gut weg. 2 Minuten später bediente Andy von Roda Lucas Braun. Jens Schuchardt stürmte ein paar Meter aus seinem Kasten. Lucas Braun erkannte die Situation, setzte seinen Lupfer aber ans Außennetz. Auch die nächste Szene gehörte den blonden Flügelflitzer. Über halblinks zog er auf und davon und war im Strafraum nur noch per Foul zu bremsen. Hier rückte Schiedsrichter Andre Blank das erste Mal in den Mittelpunkt, denn zu allem Unverständnis ließ er weiterlaufen. Und es sollte noch schlimmer kommen aus Gästesicht. Auf der Gegenseite erhielt Siebleben eine Ecke, diesmal von der rechten Seite. Auf den kurzen Pfosten getreten sprang der Ball nach Kopfballverlängerung Fabian Brandau unglücklich und aus sehr kurzer Distanz an die Hand. Andre Blank entschied sofort auf Elfmeter. „Kann man geben, muss man aber nicht“. So der allgemeine Tenor nach dem Spiel. Michele Lehmann war es egal. Der Spielmacher versenkte die Kugel souverän im linken Eck (7.). Das 0:2 aus MSV-Sicht verfehlte seine Wirkung nicht. Nur 3 Minuten später musste Christian Haaß erneut hinter sich greifen. Ausgangspunkt war nun ein Freistoß aus dem Halbfeld. Robin Merten schlich sich am langen Pfosten davon und köpfte aus spitzem Winkel unhaltbar ein (10.). Und Sieblebens Kopfballungeheuer hatte noch nicht genug. 5 Minuten später schraubte er sich nach einem weiten Einwurf hoch und ließ Christian Haaß abermals keine Abwehrchance – 4:0 (15.). Das mit Spannung erwartete Spitzenspiel bereits nach einer viertel Stunde entschieden?! Silko Fischer stellte daraufhin um. Kapitän Andy von Roda rückte in die Abwehr. Yannik Peterhänsel spielte fortan auf der 6.  Das sollte in der Folge auch Früchte tragen. Die langen Bälle in die Spitze, mit der die Gastgeber über weite Strecken agierten, wurden nun deutlich besser verteidigt. Trotzdem hatte der MSV noch einen weiteren Nackenschlag zu verdauen. Lucas Braun wurde im Mittelfeld von Robert Stauch völlig unnötig (auch im Hinblick auf den Spielstand) und ohne Chance auf den Ball umgetreten. Andre Blank zückte Gelb, sprach im Nachgang von einem „dunkelgelben Foul“. Hier wäre Rot wohl die richtige Entscheidung gewesen. Gerade auch, weil Lucas Braun mit Verdacht auf Bänderriss im Sprunggelenk ausgewechselt werden musste. Philipp Oberender ersetzte ihn. 0:4 und gleich 2 verletzte Spieler. Das alles nach gut 20 Minuten. Viel schlimmer konnte es nicht mehr kommen.

An dieser Stelle gebührt aber ein großes Lob an beide Fanlager. Sowohl die Supporters Siebleben, als auch unsere Mosbacher Jungs sorgten über die kompletten 90 Minuten für eine geile Stimmung. Das war Werbung für Fußballfan-Szene in unserer Region. Das beide Gruppierungen auch untereinander gut befreundet sind, rundete das gelungene drumherum hervorragend ab.

Zurück zum Spiel. Mosbach bewies nun Moral und stemmte sich gegen die drohende Klatsche. Justin Ludwig erkämpfte auf der rechten Seite einen eigentlich schon verlorenen Ball zurück, zog in den Strafraum und wurde von einem Verteidiger umgerissen. Linienrichter Andre Bätz hob sofort die Fahne und Andre Blank zeigte auf den Punkt. Andy von Roda ließ sich die Chance nicht und verkürzte auf 1:4. Ergebniskosmetik oder doch mehr? Der MSV war nun in den Zweikämpfen deutlich griffiger, kam aber auch nur noch 2-mal gefährlich vors Tor der Gastgeber. Zunächst düpierte Justin Ludwig 2 Verteidiger, legte den Ball dann zurück auf Fabian Brandau. Doch der Spielmacher scheiterte aus 10 Metern an der guten Reaktion von Jens Schuchardt (31.). Wenig später setzte Moritz Wilhelm nach Balleroberung von Max Bruder zum Solo an, bekam beim Abschluss aber nicht mehr genug Dampf auf die Pille (36.). Die Gastgeber ihrerseits versuchten auf Konter zu spielen, blieben aber spielerisch auch eher hinter den Erwartungen zurück. Wobei man auch anmerken muss, dass es für beide Teams schwer war, auf den holprigen Rasen gepflegten Fußball zu spielen.

Beide Teams kamen unverändert aus den Kabinen. Mosbach begann druckvoll, die erste Chance hatten aber die Gastgeber. Nach Vorarbeit von Hakan al Mokdad zog Michael Lehman aus 10 Metern ab. Christian Haaß parierte sehenswert per Fuß. Das sollte übrigens die einzige Chance des Tabellenführers im weiteren Verlauf bleiben (52.). Der MSV hatte nun deutlich mehr Ballbesitz, richtig zwingend wurde es aber zunächst nicht. Zudem schied mit Moritz Wilhelm ein weiterer Spieler mit Oberschenkelproblemen verletzt aus (58.). Robin Bötticher kam dafür neu in die Partie. Und der Alt-Herren Spieler hätte beinahe den Anschluss erzielt: Philipp Oberender setzte sich über rechts energisch durch und flankte scharf vors Tor. Robin Bötticher grätschte in den Ball hinein. Doch es passte irgendwie zu diesem Tag, dass die Kugel kurz vorher aufsetzte und der Routinier über den Kasten schoss (64.). In der Folge sorgten viele Fouls für einige Unterbrechungen. Ein wirklicher Spielfluss konnte so auch nicht aufkommen. Die Gastgeber erwiesen sich in dieser Phase auch als cleverer bzw abgeklärter, nahmen bewusst auch einige Gelbe Karten in Kauf. Insgesamt verteilte Schiedsrichter Andre Blank 9 Gelbe Karten – 7 davon für Siebleben. Trotzdem bekam der MSV in der 78. Minute nochmal die Chance auf den Anschluss. Yannik Peterhänsel spekulierte nach einem langen Ball richtig, überlupfte Keeper Jens Schuchhardt und wurde dabei von diesem regelrecht umgehauen. Elfmeter für den MSV und trotz Rücksprache mit Assistentin Svenja Koch nur Gelb für den Torwart der Gastgeber. Andy von Roda verwandelte sicher und läutete eine durchaus spannende Schlussphase ein (78.). Die Fans waren sich einig: ein schnelles 3:4 und ein Punkt wäre machbar. Doch auch hier währte die Hoffnung nicht lange. Quasi beim nächsten Angriff blieb Philipp Oberender im Rasen hängen und konnte nicht mehr weiterspielen. Auch hier besteht der Verdacht auf Muskelfaserriss. Der MSV musste also die letzten 10 Minuten in Unterzahl agieren. Bemerkbar machte sich das aber nicht, denn die Gäste blieben aktiver. Zudem blieb es nicht lange beim 10 gegen 11. Julian Fröbe, erst in der 55. Minute eingewechselt holte sich in der 88. Minute die Ampelkarte ab. Der MSV setzte nun nochmal alles auf eine Karte, konnte aber in den verbleibenden Minuten keine zwingenden Torchancen mehr erspielen. Wie eingangs bereits erwähnt. Der 4 Tore Rückstand war einfach zu groß. Andre Blank pfiff nach 5-minütiger Nachspielzeit ein sicherlich denkwürdiges Spitzenspiel ab. Die Freude auf Seiten der Gastgeber war deutlich zu hören. Mit nun 6 Punkten Vorsprung, bei einem Spiel mehr, ist man nun der große Favorit auf den Staffelsieg. An dieser Stelle Glückwunsch nach Siebleben für den am Ende verdienten Sieg im Duell Erster gegen Zweiter.

Auch wenn die Enttäuschung auf Seiten des MSV groß war. Man hat sich trotz des frühen 4-Tore Rückstand und der 4 verletzungsbedingten Ausfälle noch ordentlich verkauft und Moral bewiesen. Trotzdem hat dieses Spiel auch gezeigt, dass solche Fehler auf diesem Niveau eben hart bestraft werden. Aber die junge Mannschaft wird ihre Lehren daraus ziehen und daran wachsen. Nun gilt es zu hoffen, dass bis zur kommenden Woche der ein oder andere Spieler zurückkehrt bzw. die Verletzungen aus dem Siebleben-Spiel doch nicht so schlimm wie befürchtet sind.

 

Tore: 1:0 Robin Merten (2.), 2:0 Michele Lehmann (FE/7.), 3:0, 4:0 Robin Merten (10./15.), 4:1, 4:2 Andy von Roda (FE/23., FE/76.)

Gelb-Rot: Julian Fröbe (Siebleben/88.) wegen Zeitspiel

Schiedsrichter: Andre Blank

Assistenten: Andre Bätz und Svenja Koch

Zuschauer: 247

 

MSV: Christian Haaß; Jonas Brandau, Mika Schade, Yannik Peterhänsel, Thomas Brandau, Max Bruder, Fabian Brandau, Andy von Roda (c), Lucas Braun (Philipp Oberender/22.), Moritz Wilhelm (Robin Bötticher/58.), Max Hirschel (Justin Ludwig/6.)