Mutmachende Vorstellung trotz Niederlage – Mosbach setzt gegen Erfurt Nord positive Akzente
Nach der deutlichen 1:8-Niederlage gegen den ESV Hönebach am vergangenen Wochenende, bei der insbesondere die zweite Halbzeit enttäuschend verlief, hatten die Mosbacher am Mittwoch, dem 15. Juli 2026, auf dem Sportplatz in Wutha-Farnroda die Chance, eine Reaktion zu zeigen. Im mittlerweile vierten Testspiel der Sommervorbereitung bekam es der MSV mit dem FC Erfurt Nord zu tun. Der Verein aus der thüringischen Landeshauptstadt beendete die vergangene Spielzeit in der Landesklasse Staffel 2 auf dem vierten Tabellenplatz und stellte damit erneut einen anspruchsvollen Gegner für die Mosbacher dar. Die Langetal-Elf zeigte von Beginn an ein deutlich anderes Gesicht als noch im vergangenen Testspiel. Die Mannschaft wirkte stabiler, trat deutlich gefestigter auf und überzeugte neben einer engagierten Defensivarbeit auch immer wieder mit gefährlichen Offensivaktionen. Auch wenn man sich aufgrund einiger vermeidbarer Fehler am Ende mit 1:3 geschlagen geben musste, überwogen die positiven Erkenntnisse aus der Partie. Die Mosbacher können aus diesem Auftritt viel Selbstvertrauen mitnehmen und gestärkt in die kommenden Wochen der Vorbereitung gehen.
Anders als in den bisherigen Testspielen lag der Fokus der Mosbacher zunächst deutlich stärker auf einer stabilen Defensive. Nach neun Minuten führte jedoch ein Fehler im eigenen Aufbauspiel zum ersten Gegentreffer. Nach einem Abstoß konnten die pressenden Erfurter Unstimmigkeiten im Spielaufbau von Mosbach ausnutzen, den Ballverlust nahe der Torlinie erzwingen und die Situation letztlich zur Führung verwerten. Der MSV ließ sich von diesem frühen Rückstand jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Einen großen Anteil daran hatten auch Thomas Brandau und Sören Lämmerhirt, die den arbeitsbedingt fehlenden René Deubner sowie den im Urlaub befindlichen Christian Lemmer an der Seitenlinie vertraten. Mit ihrer ruhigen und besonnenen Art gaben sie der Mannschaft Sicherheit, unterstützten die Spieler bei gelungenen Aktionen und trugen so dazu bei, dass die Mosbacher weiter konzentriert und mutig auftraten. Trotz der defensiven Grundordnung gelang es den Mosbachern immer wieder, gefährliche Vorstöße in Richtung Erfurter Tor zu starten. Zunächst blieben diese jedoch noch ohne den gewünschten Erfolg. Gleichzeitig ließ der MSV in der Defensive nur wenig zu, verteidigte konzentriert und konnte sich in den entscheidenden Momenten auf Torhüter Constantin Marx verlassen, der zur Stelle war, wenn es doch einmal brenzlig wurde. Nach etwa 20 Minuten bot sich dann auch dem MSV die erste gefährliche Gelegenheit. Luca Lippold setzte sich auf dem linken Flügel durch und brachte den Ball flach und scharf in Richtung kurzen Pfosten. Zwar geriet die Hereingabe etwas zu kurz und landete zunächst bei einem Erfurter Verteidiger, doch Maximilian Hirschel setzte energisch nach, gewann den Zweikampf und machte die Situation noch einmal gefährlich. Der anschließende Abschluss reichte jedoch nicht aus, um den Erfurter Schlussmann zu überwinden. Viele der Mosbacher Offensivaktionen wurden im letzten Moment von der Erfurter Defensive geklärt, nicht konsequent genug ausgespielt oder brachten letztlich keine echte Gefahr für das Tor der Gastgeber. Rund fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff setzte Tomislav Renic dann jedoch ein Ausrufezeichen. Von der linken Seite nach innen ziehend, nahm er sich ein Herz und schloss gefühlvoll wie wuchtig auf das lange Eck ab. Erfurts Schlussmann musste sich mächtig strecken und verhinderte mit einer starken Parade den möglichen Ausgleich.
Doch praktisch mit dem Halbzeitpfiff sollte der MSV dann doch belohnt werden. Nach einer Ecke von Dennis Voigt, die scharf auf den kurzen Pfosten geschlagen wurde, lauerte erneut Maximilian Hirschel. Mit einer cleveren Kopfballverlängerung beförderte er den Ball ins Erfurter Tor und sorgte damit für den verdienten Ausgleich. Neben den positiven Eindrücken aus dem ersten Durchgang musste der MSV allerdings auch einen Rückschlag hinnehmen. Philipp Urban verletzte sich bereits nach wenigen Minuten am Oberschenkel und musste die Partie frühzeitig beenden. Gute Besserung, PU!
Nach dem Seitenwechsel wollte der MSV das gewonnene Selbstvertrauen aus dem ersten Durchgang nutzen und rückte die eigene Grundordnung einige Meter nach vorne. Rund um die 63. Minute spielte sich die Langetal-Elf dann sehenswert in Richtung Erfurter Strafraum. Das Mittelfeld wurde schnell überbrückt und der Ball auf die linke Außenbahn verlagert. Von dort ging es zügig weiter in Richtung Sechzehner, wo Niklas Räsner den Ball mit einer feinen Hackenablage auf den heraneilenden Dennis Voigt weiterleitete. Dessen anschließender Abschluss stellte den Erfurter Torhüter jedoch nicht vor größere Probleme und ging links am Tor vorbei. Nur wenige Minuten später, in der 66. Spielminute, sorgte dann eine Standardsituation für einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit beim MSV. Diesen nutzte der FC Erfurt Nord eiskalt aus und erzielte die 1:2-Führung. Die Mosbacher ließen sich davon jedoch nicht entmutigen und drängten darauf, den erneuten Ausgleich herzustellen. Die Langetal-Elf investierte viel, stemmte sich gegen die drohende Niederlage und erspielte sich weiterhin Möglichkeiten. Rund zehn Minuten vor dem Ende sorgte dann der eingewechselte Maik Hirschel für eine weitere gefährliche Szene. Mit einem präzisen Ball in die Spitze setzte er Tomislav Renic in Szene, dessen Abschluss jedoch von Erfurt Nord verhindert werden konnte. Fünf Minuten vor dem Ende der Partie konnte Erfurt Nord einen Ballgewinn im Mittelfeld verzeichnen. Den daraus entstehenden Konter über die linke Seite schlossen die Gastgeber mit einer Flanke in den Strafraum ab. Der Klärungsversuch von Jonas Brandau geriet dabei zu kurz, sodass Erfurt Nord erneut in Ballbesitz kam und die Situation im Strafraum letztlich zum 1:3-Endstand verwerten konnte.
Mit einem deutlich verbesserten Auftritt im Vergleich zum vergangenen Wochenende verabschiedete sich der MSV am Mittwochabend von seinen Fans. Auch wenn nach nunmehr vier Testspielen weiterhin vier Niederlagen zu Buche stehen, spiegelt das Ergebnis nicht vollständig den Verlauf der Partie wider. Über die gesamten 90 Minuten präsentierten sich die Mosbacher engagiert, fokussiert und geschlossen und hätten sich aufgrund der gezeigten Leistung sicherlich auch ein Unentschieden verdient.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Thomas Brandau und Sören Lämmerhirt, die sich an diesem Tag voll in den Dienst des MSV stellten. Nicht nur an der Seitenlinie, sondern auch vor dem Spiel, in der Halbzeitpause und nach der Partie fanden sie die richtigen Worte, um die Mannschaft nach dem enttäuschenden Auftritt am vergangenen Wochenende wieder aufzurichten.
Am kommenden Sonntag, den 19. Juli 2026, bietet sich um 15 Uhr die nächste Gelegenheit, an diese Leistung anzuknüpfen. Der MSV kehrt dabei endlich zurück ins heimische Langetal und empfängt den SV 1916 Großrudestedt. Die Gäste spielten in der vergangenen Saison noch in der Landesklasse Staffel 2, mussten nach der abgelaufenen Spielzeit jedoch den Gang in die Kreisoberliga antreten. Es ist zugleich der letzte Test vor dem ersten Pflichtspiel der Saison 2026/27. Eine Woche später wartet nämlich die Qualifikationsrunde des Thüringenpokals auf die Mosbacher.
Die Startaufstellung:
Constantin Marx, Mika Schade, Tomislav Renic, Guido Kehr, Maximilian Hirschel (45′), Niklas Räsner, Philipp Urban, Tobias Kiesel, Luca Lippold, Dennis Voigt, Dominik Stöber
Die Ersatzbank:
Jonas Brandau, Philipp Peterhänsel, Maik Hirschel
Die Wechsel: *Die Wechsel werden erst mit Beginn der Pflichtspiele hier aufgeführt, da in Testspielen die Möglichkeit besteht, dass Spieler mehrfach ein- und ausgewechselt werden können.
Zuschauer: 120