Kreisoberliga – Saison 2025/26
30. Spieltag, Sonntag, der 14.6.2026
ESV Lok Gotha – Mosbacher SV 1911
5:3 (1:2)
Zuschauer: 177
Torreiches Saisonfinale – Mosbacher Kreismeister gehen bei Lok Gotha leer aus.
Aufregende, freudetrunkene und feierwütige Wochen liegen hinter dem Mosbacher SV. Nachdem man am 31. Mai die Kreismeisterschaft endgültig perfekt gemacht und den Titel ins Langetal geholt hatte, befanden sich das gesamte Dorf und der Verein tagelang im Ausnahmezustand. Auch in der Vorwoche gab es noch einmal allen Grund zum Feiern. Im letzten Heimspiel gegen den FSV Waltershausen wurde dem MSV die Kreismeistertrophäe durch den KFA Westthüringen offiziell überreicht, ehe der historische Erfolg noch einmal gemeinsam mit den Fans entsprechend zelebriert wurde. Am Sonntag, dem 14. Juni, stand schließlich um 15 Uhr auf dem Sportplatz Kindermannstraße das letzte Saisonspiel der Spielzeit 2025/26 gegen Lok Gotha auf dem Programm. Gleichzeitig war es vorerst auch das letzte Kreisoberligaspiel für den Mosbacher SV, denn nach einer historischen Saison wird die Mannschaft von Trainerduo René Deubner und Christian Lemmer in der kommenden Spielzeit auf der großen Bühne der Landesklasse auf Punktejagd gehen.
In einem wechselhaften Spiel, in dem der Mosbacher SV vor allem in der Anfangsphase einige Probleme hatte, Zugriff auf die Partie zu bekommen, bäumte sich die Mannschaft immer wieder gegen Rückstände auf und zeigte trotz einiger Fehler im eigenen Spiel eine couragierte und kämpferische Leistung. Obwohl die Mosbacher nach 22 Minuten in Rückstand gerieten, gelang es dem Team noch vor der Pause, die Partie zwischenzeitlich zu drehen und mit einer 1:2-Führung in die Halbzeit zu gehen. Spielerisch konnte der MSV dabei jedoch nur phasenweise an das anknüpfen, was die Mannschaft über die gesamte Saison hinweg so stark gemacht hatte. Nach der Pause verpasste der Gastgeber dem MSV eine kalte Dusche. Innerhalb von 13 Minuten erzielte Lok Gotha drei Treffer und drehte die Begegnung auf 4:2. Mosbach gab sich jedoch nicht auf, kämpfte weiter und konnte zwischenzeitlich noch einmal auf 4:3 verkürzen. Der große Anschluss gelang allerdings nicht mehr, sodass die Hausherren in der Schlussphase noch das 5:3 erzielten und damit den Endstand herstellten. Für den MSV war es die erst zweite Niederlage der Kreisoberligasaison 2025/26, die mit diesem Spiel ihren Abschluss fand.
Vor Beginn der Partie musste der Mosbacher SV einige kurzfristige Ausfälle hinnehmen. Maximilian Bruder konnte verletzungsbedingt nicht mit nach Gotha reisen. Bei Stammtorhüter Constantin Marx machte sich kurzfristig eine Schwellung am Auge bemerkbar, weshalb er auf der Bank Platz nahm und durch Mannschaftsbetreuer Sören Lämmerhirt ersetzt wurde. Zu allem Überfluss führte eine Verletzung aus den vergangenen Wochen bei Yannik Peterhänsel während des Aufwärmens dazu, dass auch er kurzfristig für diese Begegnung ausfiel. Die Schwarz-Weißen starteten sehr verhalten in die Begegnung. Lok Gotha präsentierte sich von Beginn an spielerisch aktiv, zweikampfstark und hochmotiviert. Die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen waren auf Mosbacher Seite in der ersten Halbzeit viel zu groß, sodass es Lok Gotha nach Ballgewinnen immer wieder gelang, schnell und teilweise ohne große Gegenwehr in Richtung MSV-Tor zu spielen. Nach 22 Minuten folgte dafür die Quittung. Der Langetal-Elf gelang es in mehreren Anläufen nicht, den Ball entscheidend aus dem Strafraum zu klären, sodass ein Gothaer Angreifer schließlich an den Ball kam und diesen aus dem Rückraum in die rechte untere Ecke zur 1:0-Führung verwertete. Mosbach zeigte auf diesen Treffer eine klare Reaktion. Eigene Angriffe wurden nun zunehmend konkreter. So scheiterte beispielsweise Maximilian Hirschel wenige Meter links vor dem Tor nur knapp am Ausgleich. In der 32. Minute stellte Lucas Braun mit seinem 24. Saisontor in der Kreisoberliga einmal mehr seine Torjägerqualitäten unter Beweis, als er den Ball nach einem gut vorgetragenen Angriff wuchtig im Kasten der Gothaer unterbrachte. Direkt nach diesem Treffer musste Andy von Roda nach einem harten Einsteigen eines Gothaer Spielers das Spielfeld verletzungsbedingt verlassen. Gute Besserung, Andy! Für ihn kam Luca Lippold in die Partie. Das Spiel war nun nicht nur auf der Anzeigetafel ausgeglichen. Mosbach sah sich zwar weiterhin einigen gefährlichen Angriffen der Hausherren gegenüber, schaffte es nun aber deutlich besser, diese frühzeitig zu unterbinden und selbst immer wieder für Entlastung zu sorgen. Allen voran Mika Schade, der als Abwehrchef agierte und über die gesamte Spielzeit hinweg ein ums andere Mal wichtige Zweikämpfe und Ballgewinne für sich entscheiden konnte. Mosbach sorgte nun auch zunehmend für eigene Entlastung. So auch in der 45. Minute. Nach einer Ecke segelte der Ball in den gegnerischen Fünfmeterraum und wurde dort von Mike Zimmermann, der den Ball noch leicht touchierte, im Netz untergebracht, sodass der MSV mit einer 1:2-Führung in die Pause ging.
Für die zweiten 45 Minuten hatte sich die Langetal-Elf vorgenommen, den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Doch gleich zu Beginn erwartete die Mosbacher eine kalte Dusche. In der 52. Minute rauschten während eines Gothaer Angriffs zwei Spieler der Gastgeber zusammen, was der Schiedsrichter zum Anlass nahm, auf Freistoß für die Hausherren zu entscheiden. Dieser wurde in den Strafraum geschlagen und konnte nicht konsequent genug verteidigt werden, sodass Lok Gotha nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff den 2:2-Ausgleich bejubeln konnte. Das Spiel, das schon im ersten Durchgang durch eine übertrieben harte Gangart der Gothaer geprägt war, behielt diesen Charakter auch im zweiten Durchgang bei. Mosbach stemmte sich zwar dagegen, konnte jedoch nur fünf Minuten später einen Angriff über die rechte Seite mit anschließendem Pass in den Fünfmeterraum nicht verhindern, sodass es nach 57 Minuten 3:2 für die Hausherren stand. In der 65. Minute traf den MSV der nächste Nackenschlag. Sören Lämmerhirt gelang es, einen Ball noch vor dem Gothaer Angreifer sauber mit dem Fuß zu klären. Entgegen aller Erwartungen, auch auf Seiten der Hausherren blieb die Szene zunächst ohne große Proteste, entschied der Schiedsrichter im Anschluss dennoch auf Strafstoß, der in der Folge zum 4:2 für Lok Gotha verwandelt wurde. Angestachelt von diesem Ergebnis bäumten sich die Schwarz-Weißen noch einmal auf. Ein hervorragend vorgetragener Angriff über die rechte Seite mit anschließender Flanke fand im Sechzehner in Luca Lippold einen Abnehmer, der den Ball aus der Luft direkt im Gehäuse der Gothaer zum 4:3-Anschlusstreffer unterbringen konnte. Mosbach war nun wieder ganz nah dran, verpasste es allerdings, zwingende Torchancen zu kreieren, sodass sich das Spiel mehr und mehr zu einem echten Abnutzungskampf entwickelte. In der 90. Minute begrub Lok Gotha dann sämtliche Resthoffnungen der Mosbacher, nachdem der Ball zum 5:3 den Weg ins Mosbacher Tor fand. Viel passierte danach nicht mehr, sodass sich der MSV nach 90 Minuten zum erst zweiten Mal in dieser Kreisoberligasaison geschlagen geben musste.
Mit dieser Niederlage endete eine unglaubliche Saison für den Mosbacher SV 1911. Die Mannschaft hat es nicht nur geschafft, hochverdient, souverän und über weite Strecken spielerisch überzeugend die Kreismeisterschaft zu gewinnen und den Aufstieg in die Landesklasse perfekt zu machen, sondern stellte mit insgesamt 114 erzielten Treffern auch einen neuen Torrekord in der Kreisoberliga Westthüringen auf. Mit 22 Siegen, 6 Unentschieden und lediglich zwei Niederlagen nach 30 Spieltagen verabschiedet sich der MSV nun auf die große Bühne der Landesklasse und wird dort in der kommenden Saison als kleiner Dorfverein „im Konzert der Großen“ für ordentlich Furore sorgen wollen. Sportlich ist diese Spielklasse für den Verein und viele Akteure auf dem Feld absolutes Neuland, sodass man gespannt sein darf, wie sich die Mannschaft dort präsentiert.
Johann Steffan, der die Mannschaft an diesem Tag als Kapitän aufs Feld führen durfte, Andy von Roda und Mike Zimmermann absolvierten in Gotha zudem ihr letztes Spiel im Trikot des MSV. Danke für euren Einsatz und alles Gute auf euren weiteren Wegen!
Trotz der Niederlage nahm sich das Team im Anschluss noch Zeit für ein gemeinsames Mannschaftsfoto und hielt damit die Erinnerungen an eine historische Spielzeit fest. An dieser Stelle wünschen wir unseren Spielern, den Verantwortlichen, unserem Verein sowie unseren vielen Fans, Unterstützern und Sympathisanten eine schöne Sommerpause. Wir sehen uns wieder! Nur der MSV!
Das Aufgebot:
Sören Lämmerhirt, Mika Schade, Jonas Brandau, Lucas Braun (32‘), Johann Steffan, Maximilian Hirschel, Mike Zimmermann (45′), Marcus von Roda, Dennis Voigt, Andy von Roda, Jonas Mäurer, Constantin Marx, Fabian Brandau, Yannik Peterhänsel, Tim Möbius, Luca Lippold (73‘), Maik Hirschel
Die Wechsel:
Luca Lippold für Andy von Roda (33‘),
Tim Möbius für Maximilian Hirschel (46‘),
Fabian Brandau für Marcus von Roda (57‘)
Die Tore: 1:0 Robin Eißer (22.), 1:1 Lucas Andreas Braun (32.), gesamt 24, 1:2 Mike Zimmermann (45.), gesamt 3, 2:2/3:2 Fanz Jäger (52./57.), 4:2 Florian Bloß (65. EF ), 4:3 Luca Lippold (73.), gesamt 6, 5:2 Yorrik Lipski (90.).
Zuschauer: 177
Das Kollektiv : Johannes Christian Peter, Lars Engelmann, k.A.
