Landesklassen – Saison 2026/27
6. Spieltag, Sonntag, der 13.9.2026
Mosbacher SV 1911 – FSV 06 Hildburghausen
2:3 (0:2)
Zuschauer: 129, bei Dauerregen
Starker Auftritt, knappe Niederlage und viel Applaus – Mosbach verliert gegen den Favoriten aus Hildburghausen
Das Fazit, welches man nach diesem Sonntag, dem 13. September 2026, ziehen kann, steht fast schon sinnbildlich für den ersten Saisonabschnitt der laufenden Landesklassensaison des Mosbacher SV 1911. Auch gegen den favorisierten FSV 06 Hildburghausen zeigte die Mannschaft von Trainerduo René Deubner und Christian Lemmer eine überzeugende Leistung, hielt über die gesamte Spieldauer mehr als nur gut mit und brachte die Gäste aus dem Süden Thüringens in vielen Spielphasen an seine Grenzen. Am Ende blieb jedoch erneut die Belohnung für den eigenen Aufwand aus und Hildburghausen setzte sich knapp mit 2:3 im Langetal durch und das, obwohl sich der MSV nach einem 0:2-Rückstand eindrucksvoll zurückkämpfte und zwischenzeitlich drauf und dran war, für die ganz große Sensation zu sorgen.
Schon weit vor dem Anpfiff gab es eine erfreuliche Nachricht zu vermelden, welche die angespannte Situation auf der Torhüterposition an diesem Wochenende etwas entspannen sollte. Mit dem Kroaten Domagoj Markulin hütete ein erfahrener Torwart an diesem Sonntag das Tor der Langetal-Elf. ‚Domi‘, der derzeit für einige Wochen beruflich in Wutha-Farnroda tätig ist und durch Tomislav Renic auf den Verein aufmerksam gemacht wurde, trainiert bereits seit einigen Wochen mit der Mannschaft und erklärte sich dazu bereit beim Heimspiel gegen Hildburghausen den Mosbacher SV als Torhüter zu unterstützen. Der Mosbacher Schlussmann sah bereits nach acht Minuten den ersten gefährlichen Angriff auf sein Tor zurollen. Nach einem Einwurf, der von der MSV-Defensive nicht konsequent genug verteidigt wurde, kam Hildburghausen von der Strafraumkante zu einem platzierten Abschluss ins linke untere Eck, der gleichzeitig die 0:1-Gästeführung herstellte. Mosbach zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt. Die Gastgeber ließen den Ball geduldig durch die eigenen Reihen laufen und warteten immer wieder auf sich bietende Möglichkeiten, um gefährlich vor das Tor der Gäste zu kommen. Vor allem Jonas Mäurer sorgte dabei auf der rechten Außenbahn immer wieder für Unruhe. Mit höchstem Tempo verschaffte er sich wiederholt Platz und trieb die Mosbacher Angriffe über die Außenbahn nach vorne. Die zahlreichen Vorstöße des MSV blieben im ersten Durchgang jedoch ohne Ertrag, da im letzten Moment entweder die nötige Konsequenz oder das entscheidende Quäntchen Glück fehlte. So auch bei Lucas Braun, dessen gefährlicher Abschluss aus vielversprechender Position vom Torhüter des FSV 06 Hildburghausen in höchster Not noch irgendwie pariert werden konnte. Hildburghausen zeigte sich zwar bemüht, musste zahlreiche Angriffe jedoch bereits frühzeitig abbrechen und sich neu sortieren. Der MSV verstand es ein ums andere Mal, die Räume eng zu halten und den Gästen kaum Möglichkeiten zu geben, ihre Angriffe gefährlich auszuspielen. Mit einer disziplinierten Defensivarbeit machten es die Hausherren aus Mosbach dem Favoriten extrem schwer, zu klaren Torchancen zu kommen. Wenn überhaupt, lud der MSV die Gäste selbst zu gefährlichen Situationen ein. So brachte in der 29. Spielminute ein im Aufbauspiel zu kurz geratener Ball die aufgerückte Mosbacher Abwehr in Schwierigkeiten. Zwar kamen die Verteidiger noch hinter den Ball, den platzierten Abschluss unter den Querbalken und die daraus resultierende 0:2-Führung konnten sie jedoch nicht mehr verhindern. Die Langetal-Elf zeigte jedoch Courage. Man steckte den Kopf nicht in den Sand, sondern präsentierte sich weiterhin mutig. Kurz vor dem Pausenpfiff sorgte ein Chipball in den Sechszehner für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Am Ende fehlten Abnehmer Tobias Kiesel nur wenige Zentimeter, um den Ball im Tor unterzubringen und den Anschlusstreffer zu erzielen.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit zeigte sich Mosbach noch entschlossener, als ohnehin schon an diesem Tag, etwas Zählbares aus dieser Begegnung mitnehmen zu wollen. In der 51. Spielminute stand das Langetal dann Kopf! Lucas Braun setzte sich auf der rechten Seite fantastisch durch und flankte den Ball gefühlvoll und präzise auf den im Strafraum lauernden Jonas Mäurer. Der fasste sich ein Herz, nahm den Ball seitlich in der Luft liegend volley und zimmerte ihn punktgenau und nur wenige Zentimeter neben den rechten Innenpfosten ins Netz. Ein absolutes Traumtor, das nicht nur den 1:2-Anschlusstreffer bedeutete, sondern den Schwarz-Weißen auch neue Hoffnung für den weiteren Spielverlauf gab. Mosbach musste nun den schmalen Grat zwischen offensivem Risiko und defensiver Sicherheit meistern. Dabei konnte sich die Elf aus dem Langetal auf eine leidenschaftliche Abwehrarbeit aller Akteure verlassen. Allen voran der als Sechser agierende Fabian Brandau rieb sich in zahlreichen Zweikämpfen bereits vor der letzten Kette auf und entlastete damit immer wieder die eigene Abwehrreihe. Falls doch einmal ein Ball durchrutschte, war auf Domagoj Markulin Verlass, der im Tor die nötige Ruhe und Übersicht bewahrte und die auf seinen Kasten kommenden Bälle mit starken Paraden entschärfen konnte. Der Mosbacher SV war nun mehr und mehr am Drücker. Andy von Roda, der die Mannschaft auch an diesem Tag einmal mehr aus dem Ruhestand heraus verstärkte, sorgte mit langen Bällen in die Schnittstellen der gegnerischen Defensive immer wieder für Gefahr. Der Ausgleich lag zunehmend in der Luft und schließlich war es eine starke Aktion von Philipp Urban, die den Bann brach. In der 70. Spielminute setzte sich PU, der nach langer Verletzungspause an diesem Tag erstmals wieder auf dem Platz stand, mustergültig auf der linken Seite bis zur Grundlinie im Strafraum durch. Seine scharfe Hereingabe fand erneut Jonas Mäurer, der den Ball abgeklärt zum 2:2-Ausgleich im Tor unterbrachte. Damit hatte es Mosbach tatsächlich geschafft den Zwei-Tore-Rückstand zu egalisieren. Das Spiel war allerdings noch nicht vorbei und auch Hildburghausen hatte sich längst nicht aufgegeben. In der 88. Spielminute, kurz vor dem Ende dieser umkämpften Partie, drangen die Gäste noch einmal in den Mosbacher Strafraum ein. Nach einem ersten Klärungsversuch blieb der FSV am Ball und konnte den zweiten Ball für sich behaupten. Von der Grundlinie legten die Gäste das Spielgerät anschließend zurück an den Elfmeterpunkt, wo der Ball zum späten 2:3 im Mosbacher Tor untergebracht wurde. Die Schwarz-Weißen versuchten in den verbleibenden Minuten noch einmal alles, um den an diesem Tag eigentlich so verdienten Ausgleich zu erzielen. Doch es sollte wieder einmal nicht sein. Mit dem Schlusspfiff waren erneut enttäuschte Gesichter auf Seiten des MSV zu sehen. Doch während auf dem Platz die Enttäuschung über die nunmehr fünfte Niederlage in Folge überwog, brandete neben dem Spielfeld großer Applaus der Mosbacher Anhänger auf. Denn trotz des bitteren Ergebnisses hatte die Mannschaft an diesem Tag ein großartiges Spiel gezeigt, dem Favoriten und aktuell Zweitplatzierten aus Hildburghausen alles abverlangt und sich nach einem 0:2-Rückstand eindrucksvoll zurückgekämpft.
Auch wenn sich Mosbach bislang spielerisch sehr ordentlich in der Landesklasse präsentiert und unter Beweis stellt, dass man auf diesem Niveau absolut mithalten kann, fehlt es der Mannschaft weiterhin am nötigen Lohn für den betriebenen Aufwand. Ein besonderer Dank geht an diesem Wochenende an Domagoj ‚Domi‘ Markulin, der sich voll in den Dienst des Vereins und der Mannschaft stellte und einen wichtigen Teil zu diesem tollen Auftritt beitrug.
Bei einer nicht weniger anspruchsvollen Aufgabe möchte der Mosbacher SV am kommenden Wochenende den nächsten Versuch auf der Punktejagd starten. Am Samstag, dem 19. September, gastiert die Langetal-Elf um 15 Uhr beim letztjährigen Meister der Landesklasse, dem FC Schweina-Gumpelstadt.
Die Startaufstellung:
Domagoj Markulin, Fabian Brandau, Jonas Brandau, Lucas Braun, Guido Kehr, Philipp Urban, Tobias Kiesel, Luca Lippold, Dominik Stöber, Andy von Roda, Jonas Mäurer (51‘/70‘),
Die Ersatzbank:
Niklas Räsner, Yannik Peterhänsel, Dennis Voigt, Maik Hirschel, Sören Lämmerhirt, Bastian Stieler, Felix Hellmuth
Die Wechsel:
Bastian Stieler für Jonas Brandau (46‘),
Dennis Voigt für Tobias Kiesel (56‘),
Felix Hellmuth für Guido Kehr (66‘),
Niklas Räsner für Luca Lippold (89‘),
Yannik Peterhänsel für Philipp Urban (89‘)
Die Tore: 0:1 Ami Imedashvili (8.), 0:2 Christoph Peters (29.), 1:2, 2:2 Jonas Mäurer(51./71.), gesamt 2, 2:3 Yannik Kuhles (88.).
Zuschauer: 129, macht bei 3 Heimpartien 618 – im Schnitt 206.
Das Kollektiv: Martin Werner (Arenshausen), Daniel Dietrich, Thomas Fischer.
