Früher Härtetest, wertvolle Erkenntnisse – MSV unterliegt Gera im ersten Vorbereitungsspiel
Zum Auftakt der Sommervorbereitung, am Sonntag dem 5. Juli 2026, wartete auf den Mosbacher SV direkt ein Gegner mit klangvollem Namen. Dass es sich dabei mit der BSG Wismut Gera um einen Verein handelte, gegen den vor rund 50 Jahren ein Aufeinandertreffen kaum vorstellbar gewesen wäre, verlieh dieser Partie eine besondere Note, auch wenn es sich letztlich „nur“ um ein Testspiel handelte. Für beide Mannschaften war es die erste Standortbestimmung der noch jungen Vorbereitung auf die neue Landesklassensaison, die erst in der vergangenen Woche begonnen hatte. Ein Blick in die Vereinsgeschichte zeigt schnell, dass die BSG in der Landesklasse eigentlich unter ihrem historischen Hintergrund spielt. Über mehrere Jahrzehnte hinweg kam Gera auf insgesamt 35 Jahre in der DDR-Liga und stand zudem sechs Spielzeiten in der DDR-Oberliga.
Da der Sportplatz im Langetal in diesem Sommer saniert wird, wurde das Spiel ebenso wie die weiteren Heim-Testspiele nach Wutha-Farnroda verlegt. Entsprechend bot sich ein ungewohntes Bild, als am Sonntag um 14 Uhr der Anpfiff ertönte und die rund 170 Zuschauer nicht im Langetal, sondern im Nachbarort vor den Toren Mosbachs den ersten Test des MSV verfolgten. Das Spiel begann wie im Vorfeld erwartet mit viel Ballbesitz für die Gäste aus Gera. Der diesjährige Absteiger aus der Thüringenliga ließ den Ball sicher und geduldig durch die eigenen Reihen laufen. Mosbach stemmte sich gegen diese Ballbesitzphasen, bot wenig Räume und agierte in den Zweikämpfen sehr zielstrebig, sodass Gera in den ersten 20 Minuten nur wenige hochkarätige Torchancen verzeichnen konnte. Mosbach ließ sich von diesen Ballbesitzphasen des Gegners keineswegs einschnüren und konnte ebenfalls mehrfach für Entlastung sorgen, indem der Ball ruhig von einer Station zur nächsten gespielt wurde. Zwingende Aktionen vor dem gegnerischen Tor blieben jedoch noch aus, da häufig der letzte Pass fehlte oder zu ungenau gespielt wurde. Zudem gelang es den Gästen aus Gera immer wieder, die Angriffsbemühungen der Mosbacher durch energisches Verteidigen bereits weit vor dem eigenen Tor zu unterbinden. In der 23. Minute geriet der MSV dann doch in Rückstand. Nachdem ein gefährlicher Angriff im Mosbacher Strafraum gerade noch geklärt werden konnte, gelang es Wismut Gera, den Ball erneut scharf zu machen. Die Flanke von der Außenbahn fand zentral vor dem Tor einen Geraer Abnehmer, der per Kopf das 0:1 für seine Mannschaft erzielte. Nur vier Minuten später konnte Gera auf 0:2 erhöhen. Nach einem Standard, den Constantin Marx noch abwehren konnte, kam erneut ein Spieler der Gastmannschaft frei vor dem Tor zum Kopfball und verwandelte den Abpraller zum 0:2. Mosbach zeigte daraufhin eine sehr ordentliche Reaktion. Man verfiel nicht in Hektik, behielt einen kühlen Kopf und verzeichnete nun auch die ersten konkreten Annäherungen in Richtung Tor. So scheiterte beispielsweise Neuzugang Niklas Räsner, der ebenso wie die anderen Neuzugänge Guido Kehr, Dominik Stöber und der an diesem Tag sehr aktive Tomislav Renic in der Startelf stand, aus kurzer Distanz nur knapp am heraus eilenden Gästetorhüter. Wenig später bot sich auch Luca Lippold eine ganz ähnliche Gelegenheit, diesmal allerdings auf der linken Seite im gegnerischen Strafraum, wo der Geraer Torhüter im allerletzten Moment zupackte und den Ball sicherte. Mit einem 0:2-Rückstand, aber durchaus positiven Eindrücken, trat der MSV den Gang in die Kabine an.
Mosbach erwischte zu Beginn der zweiten Halbzeit keinen guten Start. Fehlpässe häuften sich und Ungenauigkeiten im eigenen Spiel nahmen zu, was jedoch nur allzu verständlich war, da bereits am Vortag eine sehr laufintensive Trainingseinheit absolviert wurde. Mit zunehmender Spielzeit merkte man den MSV-Akteuren entsprechend die schweren Beine an. So konnte Gera kurz nach Wiederanpfiff einige hohe Ballgewinne verzeichnen, von denen einer bereits in der 52. Minute zum 0:3 führte. Ein Geraer wurde am rechten Strafraumrand freigespielt, drehte technisch sauber auf und schloss überlegt und wuchtig ab. Die Mannschaft verstand es dennoch, den Zugriff auf die Partie nicht zu verlieren. Zwar blieben eigene Torchancen eher Mangelware, dennoch blieb der MSV mit einigen Ballbesitzphasen, einem ordentlichen Stellungsspiel und der einen oder anderen Annäherung in Richtung Tor weiterhin aktiv am Spiel beteiligt. Auch in der zweiten Halbzeit war es wieder Niklas Räsner, der für Gefahr vor dem Tor der BSG sorgte, auch wenn sein Abschluss im Strafraum am Ende doch deutlich am rechten Winkel vorbeistrich. In der 89. Minute setzte Wismut Gera dann den Schlusspunkt der Partie. Ein Fehlpass im Aufbauspiel der Mosbacher wurde von den Gästen konsequent ausgenutzt und mit dem Treffer zum 0:4 gnadenlos bestraft. Danach passierte nicht mehr viel und der MSV kann, trotz der deutlichen Niederlage, auf einen ersten, gelungenen Test in der Vorbereitung auf die Debütsaison in der Landesklasse zurückblicken.
Trainerteam und Mannschaft haben in diesem Spiel viele Punkte gesehen, die in den kommenden Wochen angegangen werden müssen, aber auch viel Positives und Potenzial war erkennbar. Zudem fügten sich die Neuzugänge nahtlos in die Mansnchaft ein und machten allesamt einen durchweg guten Eindruck. Der nächste Test lässt nicht lange auf sich warten. Bereits am Mittwoch gastiert der Mosbacher SV beim Ex-Club von Cheftrainer René Deubner. In Ichtershausen rollt um 19 Uhr der Ball gegen den SV 09 Arnstadt, der als Vertreter der Thüringenliga ein weiterer echter Härtetest für die Schwarz-Weißen werden wird.
Die Startaufstellung:
Constantin Marx, Jonas Brandau, Tomislav Renic, Guido Kehr, Niklas Räsner, Tobias Kiesel, Marcus von Roda, Luca Lippold, Dennis Voigt, Dominik Stöber, Jonas Mäurer
Die Ersatzbank:
Maximilian Hirschel, Tim Möbius, Christian Haaß, Felix Hellmuth
Die Wechsel:
*Die Wechsel werden erst mit Beginn der Pflichtspiele hier aufgeführt, da in Testspielen die Möglichkeit besteht, dass Spieler mehrfach ein- und ausgewechselt werden können.
Zuschauer: 170
