Schwere Verletzung bei Heimniederlage !

Landesklassen – Saison 2026/27

3. Spieltag, Sonntag, der 16.8.2026

Mosbacher SV 1911 – Sp Vgg Siebleben 06

1:4 (0:0)

Zuschauer: 244

Wenn die Niederlage zur Nebensache wird – Ein bitterer Nachmittag im Langetal
 
Selten hat man das Langetal minutenlang derart still und besorgt erlebt wie an diesem Sonntag, dem 16. August 2026. Zu diesem Zeitpunkt geriet das sportliche Geschehen für alle Anwesenden schlagartig in den Hintergrund. Zuvor hatte der MSV einmal mehr in seinem noch jungen Landesklassenabenteuer eine sehr ordentliche Leistung auf den Platz gebracht und sich trotz der Tatsache, dass die Gäste aus Siebleben über weite Strecken mehr Spielanteile hatten, ohne dabei dauerhaft zu dominieren, ein deutliches Chancenplus erarbeitet. Im zweiten Durchgang sollte die Partie dann jedoch eine Wendung nehmen, die weit über das sportliche Geschehen hinausging. Neben zwei frühen Gegentreffern musste der MSV einen schweren Schock verkraften, als sich unser Torhüter Christian Haaß bei einer unglücklichen Aktion schwer am Knie verletzte und mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste. Sportlich unterlag der MSV der Spielvereinigung Siebleben am Ende mit 1:4. Doch angesichts der Ereignisse wurde die Niederlage schnell zur Nebensache. Die Gedanken der gesamten MSV-Familie sind bei unserem Hasi und seiner hoffentlich schnellen und vollständigen Genesung.
 
Ganze vier Jahre mussten die Vereine aus Mosbach und Siebleben darauf warten, sich wieder unter Wettkampfbedingungen gegenüberzustehen. Das letzte Pflichtspielduell fand am 27. März 2022 in Siebleben statt und war damals das Spitzenspiel der Kreisoberliga Westthüringen. Die Spielvereinigung konnte den MSV seinerzeit nicht nur mit 4:2 bezwingen, sondern am Ende der Spielzeit auch den Aufstieg in die Landesklasse bejubeln. Dort sind die Blau-Weißen nun bereits seit 2022 beheimatet. Umso schöner war es, dass dieses besondere Duell nun wieder auf dem Spielplan stand. Schließlich verbindet beide Vereine aufgrund einer langjährigen und intensiven Fanfreundschaft ihrer ehemaligen Fanszenen eine besondere Beziehung, die auch über die Jahre hinweg durch einzelne Kontakte noch immer Bestand hat. Die Partie begann mit überraschend hoch stehenden Sieblebenern, die von Beginn an früh Druck auf die Mosbacher Hintermannschaft ausübten. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sich der MSV auf die Spielweise der Gäste eingestellt hatte. Bereits nach wenigen Minuten gehörte die erste große Chance der Partie den Mosbachern. In etwa der 5. Minute wurde Tomislav Renic auf der linken Seite des Strafraums freigespielt und konnte unbedrängt abschließen. Sein Schuss wurde jedoch vom hervorragend reagierenden und herausgeeilten Schlussmann der Spielvereinigung Siebleben vereitelt. Die 244 Zuschauer, die für eine stimmungsvolle Kulisse im Langetal sorgten, sahen fortan ein Spiel auf Augenhöhe. Dabei hatte Siebleben in vielen Phasen der Partie mehr Ballbesitz und konnte sich auch häufiger in der Offensive festsetzen, ohne dabei jedoch zwingend zu werden. In der Anfangsphase war kurzzeitig auch Jubel auf der Gästeseite zu vernehmen, doch der vermeintliche Führungstreffer wurde aufgrund einer vorausgegangenen Abseitsstellung zu Recht zurückgepfiffen. Wie bereits in der Vorwoche in Sonneberg ließ die Langetal-Elf auch in diesem Spiel vor allem in den ersten 45 Minuten zu viele hochkarätige Chancen liegen. Teilweise waren dabei wunderschön anzusehende Ballstafetten zu beobachten. So setzte sich Felix Hellmuth Mitte der ersten Hälfte sehenswert durch und brachte eine punktgenaue Flanke von der rechten Seite auf die Brust von Tomislav Renic, der im Strafraum lauerte. Dieser legte den Ball technisch sauber auf Maximilian Hirschel ab, der mit seinem Abschluss nur hauchdünn am rechten Torpfosten vorbeischoss. Wenig später sorgte ein Fehlpass der Sieblebener für die nächste Großchance. Dennis Voigt fing den verunglückten Ball im Zentrum ab und nahm sofort Fahrt auf, wurde zunächst jedoch von seinen Gegenspielern gestellt. Davon ließ sich Dennis allerdings nicht beirren. An der Strafraumkante dribbelte er nach rechts und setzte sich dabei gegen gleich zwei Spieler in Blau durch, ehe er einen wunderbaren Chipball auf den Elfmeterpunkt zu Maximilian Hirschel brachte. Dieser nahm den Ball direkt aus der Luft und brachte ihn gefährlich auf das Gästetor. Doch erneut war es der Sieblebener Schlussmann, der die Mosbacher Führung mit einer Glanztat verhindern konnte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff sorgte eine Ecke fast schon für ein Sinnbild der Mosbacher Chancenverwertung im ersten Durchgang. Nach einem Eckball kamen die Schwarz-Weißen gleich zu drei gefährlichen Torabschlüssen in Folge. Doch entweder war der Sieblebener Torwart zur Stelle oder ein Verteidiger der Gäste warf sich im letzten Moment noch in den Abschluss und konnte diesen irgendwie blocken. So ging der MSV mit einer ganzen Reihe von gefährlichen Torchancen, aber auch mit dem Wissen in die Kabine, dass Siebleben trotz der noch ausbleibenden Großchancen weiterhin gut im Spiel war. Die Gäste präsentierten sich vor allem in den Zweikämpfen unglaublich präsent und konnten nach Ballverlusten des MSV immer wieder schnell umschalten und gefährliche Angriffe einleiten. In den ersten 45 Minuten konnten diese jedoch immer wieder durch gute Abwehrarbeit entschärft werden. Vor allem Dominik Stöber machte dabei ein sehr gutes Spiel. Ein ums andere Mal lief er Bälle im letzten Moment ab und konnte zahlreiche Zweikämpfe und Luftduelle für sich entscheiden.
 
Der zweite Durchgang begann für die Mosbacher alles andere als optimal. Innerhalb von nur fünf Minuten, beginnend in der 48. Spielminute, nutzte Siebleben gleich zwei Unaufmerksamkeiten des Mosbacher SV eiskalt aus und stellte früh auf 0:2. Die Gäste schöpften daraus ordentlich Kraft und Selbstbewusstsein, sodass in den darauffolgenden Minuten deutlich zu spüren war, dass Siebleben durch die beiden Treffer zusätzlichen Auftrieb bekommen hatte. Was dann jedoch folgte, war für alle Beteiligten ein riesengroßer Schock. In etwa der 55. Spielminute kam Christian Haaß aus seinem Tor, um einen Ball aus seinem Strafraum zu klären. Dabei konnte er diesen noch mit der Hand wegschlagen. Bei der anschließenden Landung passierte es jedoch. Ohne gegnerische Einwirkung blieb Hasi unmittelbar danach am Boden liegen. Was dann folgte, war ein Moment, den wohl niemand im Langetal so schnell vergessen wird. Ein Schrei, der durch Mark und Bein ging, hallte über den Sportplatz und ließ sofort erahnen, dass hier etwas Schlimmeres passiert sein musste. Sofort waren die Mitspieler zur Stelle und auch die Spieler der Spielvereinigung Siebleben erkannten unmittelbar den Ernst der Situation. Das Spiel rückte völlig in den Hintergrund. Die Spieler beider Mannschaften standen sichtlich unter Schock, während sich Verantwortliche und Zuschauer besorgt nach dem Zustand unseres Torhüters erkundigten. Hasi blieb zunächst auf dem Platz liegen und wurde von den herbeigerufenen Helfern versorgt. Nach einigen Minuten sickerten dann die ersten Informationen durch, dass es sich offenbar um eine schwere Knieverletzung handeln könnte. Schnell war klar, dass ein Krankenwagen angefordert werden musste. Die minutenlange Stille im Langetal und die besorgten Blicke auf das Spielfeld machten deutlich, wie sehr dieser Moment alle Beteiligten getroffen hatte. Auch nachdem Hasi zunächst mit einer Trage vom Feld gebracht und schließlich vom Rettungsdienst versorgt und für den Transport vorbereitet worden war, war die Stimmung auf dem Sportplatz zunächst eine völlig andere. Beide Mannschaften mussten diesen Schock erst einmal verarbeiten. Angesichts dieser Situation war es nur allzu verständlich, dass die Partie zunächst kaum eine Rolle spielte. Das Ergebnis rückte daraufhin in den Hintergrund, es ging nun einzig und allein um die Gesundheit von unserem Hasi, dem wir an dieser Stelle gute Besserung und eine möglichst schnelle Genesung wünschen! Für unseren verletzten Schlussmann betrat Sören Lämmerhirt das Feld. Etwa zehn Minuten später berappelte sich der MSV langsam von diesem Schock und konnte in der Schlussviertelstunde noch einmal neue Kräfte freisetzen. Erstmals im zweiten Durchgang entwickelte sich nun eine echte Druckphase der Mosbacher, die in der 78. Spielminute einen äußerst erfolgreichen Auftakt fand. Der eingewechselte Luca Lippold brachte eine Ecke von der rechten Seite punktgenau auf Maximilian Hirschel, der sich im Strafraum durchsetzte und den Ball per Kopf zum 1:2-Anschlusstreffer im Netz zappeln ließ. So schön dieser Treffer auch war, bereits vier Minuten später war der Anschlusstreffer wieder hinfällig. In der 82. Spielminute konnte Siebleben aufgrund der aufgerückten Mosbacher Ketten einen Konter bis in den Strafraum ausspielen. Dort sah sich der MSV gezwungen, den Angriff mit einem Foul zu stoppen, woraufhin der Schiedsrichter zurecht auf den Elfmeterpunkt zeigte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Siebleben souverän zum 1:3. Der MSV gab sich jedoch noch lange nicht geschlagen. Was folgte, waren zwei Riesenchancen für den ebenfalls eingewechselten Niklas Räsner. Zunächst setzte er nach einer Flanke von der rechten Seite zu einem wuchtigen Kopfball an, setzte diesen jedoch hauchdünn über die Latte des gegnerischen Tores. Nur wenige Augenblicke später wurde Niklas im Strafraum freigespielt und konnte erneut abschließen. Der Ball landete im Netz und kurzzeitig durfte auf Mosbacher Seite sogar gejubelt werden. Der Linienrichter hob jedoch seine Fahne. Eine, angesichts der äußerst knappen Situation, zumindest diskussionswürdige Entscheidung. In der Nachspielzeit machte Siebleben dann endgültig den Deckel auf die Partie. Erneut konnten die Gäste einen Ballgewinn schnell und temporeich in Richtung Mosbacher Tor ausspielen und den Angriff schließlich mit dem Treffer zum 1:4-Endstand abschließen.
Am Ende ist der Auswärtssieg der Spielvereinigung Siebleben keineswegs unverdient, fällt mit Blick auf den Spielverlauf jedoch wohl um ein bis zwei Tore zu hoch aus. Der MSV muss trotz eines erneut guten Auftritts die zweite Saisonniederlage hinnehmen und zudem mit der Verletzung von Christian Haaß einen weiteren Spieler auf die ohnehin bereits gut gefüllte Verletztenliste setzen. Mit Constantin Marx, der sich in der Vorwoche in Sonneberg an der Schulter verletzte, Tim Möbius, der sich im Training eine Bänderdehnung zuzog, sowie Philipp Urban und Nils van den Brandt fehlen dem MSV bereits vier weitere Spieler, die allesamt noch einige Zeit ausfallen werden.
Bereits am kommenden Wochenende steht für den MSV die nächste Aufgabe auf dem Programm. Eigentlich wäre für die Langetal-Elf ein spielfreies Wochenende vorgesehen gewesen, doch die Partie gegen die SG Lauscha/Neuhaus wurde vorgezogen. Damit wartet am Sonntag, dem 23. August, auswärts beim Mitaufsteiger die nächste Herausforderung. Anstoß auf dem Tierbergsportplatz in Lauscha ist um 15 Uhr.
Die Startaufstellung:
Christian Haaß, Maximilian Bruder, Lucas Braun, Tomislav Renic, Guido Kehr, Maximilian Hirschel (78‘), Yannik Peterhänsel, Dennis Voigt, Dominik Stöber, Jonas Mäurer, Felix Hellmuth
Die Ersatzbank:
Mika Schade, Jonas Brandau, Niklas Räsner, Philipp Peterhänsel, Marcus von Roda, Luca Lippold, Sören Lämmerhirt
Die Wechsel:
Luca Lippold für Yannik Peterhänsel (53‘), Niklas Räsner für Tomislav Renic (61‘),
Sören Lämmerhirt für Christian Haaß (61‘)
Die Tore: 0:1 Noel Schütz (48.), 0:2/ 1:3 Michele Lehmann (53./82.EF), 1:2 Maximilian Hirschel (78.), gesamt 3, 1:4 Etienne Seyfahrt (90+2).
Zuschauer: 244, macht bei 2 Heimpartien 489, im Schnitt 244
Das Kollektiv: k.A.
 
Hier erziehlt Niklas Räsner den vermeindlichen 2:3 Anschlusstreffer, welcher wegen angeblicher Abseitsposition zurückgenommen wird.