Kreisoberliga – Saison 2025/26
19.Spieltag, Sonntag, der 22.3.2026
SV Westring Gotha – Mosbacher SV 1911
0:0
Zuschauer: 300
Teamgeist triumphiert – Mosbach punktet in Gotha trotz langer Unterzahl
Bevor wir auf das Spielgeschehen eingehen, lässt uns Cheftrainer René Deubner an seinen Eindrücken vom Spitzenspiel teilhaben:
„In einem hart umkämpften, aber jederzeit fairen Topspiel haben wir aufgrund der frühen, aber berechtigten Gelb-Roten Karte von Max Bruder alles rausgeholt, was für uns heute möglich war. Die Verteilung der gelben Karten von je 5 pro Seite (leider 2 für Marder) spiegelt auch hier die Ausgeglichenheit wider. Für uns fühlt sich der Punkt wie ein kleiner Sieg an. Ich danke auch unseren Fans, die uns weitestgehend positiv unterstützt haben. Ich distanziere mich aber in aller Deutlichkeit von dummen Zwischenrufen. Luca Sophie Krech als jüngste Person auf dem Feld hat eine gute Leistung geboten und das gilt es wertzuschätzen. Wer als Zuschauer nicht akzeptieren kann, dass im Jahr 2026 auch eine Frau ein Männerspiel leiten kann, lebt hinter dem Mond und darf dort auch gern bleiben mit dieser Meinung. Ich möchte positiven Support für unsere Mannschaft! Alles andere hat auf dem Sportplatz nichts verloren. Schade, dass dies einige unverbesserliche Idioten aus der Vergangenheit noch immer nicht gelernt haben! Allen richtigen Fans des MSV danke ich für die positiven Anfeuerungen.“
Grüße,
Deubi
Dass ein 0:0 für so viel Jubel auf Seiten der Mosbacher Fans sorgen kann, hätte wohl kaum jemand erwartet. Da der MSV am Sonntag, den 22. März 2026, jedoch über mehr als 60 Minuten im Spitzenspiel auswärts gegen Westring Gotha in Unterzahl agieren musste, wurde dieses Unentschieden von den mitgereisten Mosbacher Anhängern fast wie ein Sieg gefeiert. Die Gelb-Rote Karte von Maximilian Bruder nach 36 Minuten sorgte dafür, dass Mosbach in diesem Spiel vor allem in der Defensive dauerhaft gefordert war. Wie René Deubner eingangs erwähnte, verstand es die Mannschaft jedoch, das Maximum aus dieser Situation herauszuholen, stemmte sich mit aller Kraft gegen den Tabellenzweiten der Kreisoberliga und schaffte es so, über 90 Minuten wenig Gefahr vor dem eigenen Tor zuzulassen. Trotz dieses Umstandes konnte man die eine oder andere eigene Chance verzeichnen. Am Ende blicken beide Mannschaften auf ein spielerisch eher durchwachsenes Spiel, in dem sich Mosbach aufgrund einer herausragenden kämpferischen Leistung deutlich mehr als „Sieger“ fühlen kann, da man Westring Gotha mit 6 Punkten Abstand weiterhin auf Distanz hält.
Das Spiel begann eher verhalten. Der MSV, der aufgrund seines Sechs-Punkte-Vorsprungs auf Westring Gotha mit einer hervorragenden Ausgangslage in diese Begegnung ging, nahm zunächst eine eher abwartende Grundausrichtung ein. Nach den ersten Angriffsversuchen von Westring Gotha, die gut verteidigt werden konnten, begann Mosbach zunehmend, aktiver ins Spielgeschehen einzugreifen. In der Anfangsphase des Spiels verpufften viele Angriffe beider Mannschaften bereits im Mittelfeld. Oftmals fehlte der letzte Pass bzw. die entscheidende zielstrebige Aktion, um wirklich Torgefahr entwickeln zu können. Nach etwa einer Viertelstunde stand Constantin Marx im Mittelpunkt, als er einen gefährlichen Freistoß von Westring Gotha mit einer starken Parade ins Toraus entschärfte. Wenn es einmal gefährlich wurde, dann vor allem durch Konter. Auf Seiten des MSV wurden diese immer wieder von Jonas Mäurer vorangetrieben, der an diesem Tag die Kapitänsbinde trug. Seine Vorstöße in den Strafraum sowie die eine oder andere Hereingabe blieben jedoch erfolglos. Auch der Gastgeber kam immer wieder zu ähnlichen Situationen. So kam es in der 36. Spielminute dazu, dass Maximilian Bruder zum zweiten Mal an diesem Tag zu spät kam, als er einen gefährlichen Angriff der Gothaer an der Mittellinie stoppen wollte. Die Gelb-Rote Karte war die logische Konsequenz und sorgte dafür, dass Mosbach ab sofort nur noch zu zehnt agieren musste. In den letzten Zügen der ersten Halbzeit gelang es der Mannschaft trotz dieses Rückschlags, weiterhin Ruhe zu bewahren. Der MSV schaffte es nach wie vor, die Bemühungen der Hausherren größtenteils zu unterbinden, indem Hereingaben, Dribblings oder Querpässe in den Strafraum frühzeitig abgefangen wurden. Wenn dennoch einmal ein Ball durchkam, konnte das Team im Defensivverbund in letzter Instanz klären bzw. die Torabschlüsse blocken. Constantin Marx parierte zudem einige Torschüsse der Gothaer und erwies sich vor allem auch bei langen Bällen wieder einmal als sicherer Rückhalt für den Mosbacher SV. Als wäre die Gelb-Rote Karte nicht genug gewesen, musste der MSV kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine zweite Hiobsbotschaft hinnehmen. Stürmer Nils van den Brandt knickte auf dem Platz unglücklich um und zog sich in dieser Situation einen Bruch des äußeren Mittelfußknochens zu, was ein Weiterspielen für ihn unmöglich machte. Gute Besserung, Vanne. Für ihn betrat Mike Zimmermann das Feld.
Für den zweiten Durchgang war dem MSV bewusst, dass 45 schwierige Minuten bevorstanden. Es kam nun vor allem darauf an, weiterhin organisiert aufzutreten, um Westring zum einen nicht komplett das Heft des Handelns zu überlassen, aber zum anderen auch nicht zu leichtsinnig zu agieren. Mosbach stemmte sich auch in der zweiten Halbzeit mit allem dagegen. Die Mannschaft verteidigte leidenschaftlich und namentlich Yannik Peterhänsel sowie Andy von Roda gelang es immer wieder, lange Bälle der Gothaer, die hinter die Abwehr gelangen sollten, wuchtig herauszuköpfen. Julian Bindel beackerte indes unermüdlich die rechte Abwehrseite, gewann einen Zweikampf nach dem anderen und ließ seinen Gegenspieler nach und nach immer mehr verzweifeln. In der 60. Minute bot sich dem MSV dann eine Großchance. Ein Freistoß von Andy von Roda, unweit des gegnerischen Strafraums, rauschte nur knapp am rechten Torpfosten vorbei. Viele Chancen boten sich Mosbach danach nicht mehr, denn auch wenn man immer wieder einmal einen Vorstoß wagte, fehlte in diesen Szenen, wie schon einige Male im ersten Durchgang, der letzte Pass oder die finale Präzision, um wirklich gefährlich vor dem Tor aufzutauchen. Außerdem merkte man der Mannschaft die schwindenden Kräfte an, was aufgrund der langen Unterzahl mehr als verständlich war. Man kam zwar zu deutlich weniger Offensivaktionen, verteidigte aber nach wie vor hochkonzentriert, sodass Gotha trotz Überzahl kaum zu gefährlichen Chancen kam.
Einmal wurde es dann aber doch brandgefährlich. Westring kam im Strafraum zum Abschluss, traf glücklicherweise jedoch nur den rechten Innenpfosten, von wo aus der Ball zur anderen Strafraumseite sprang. Dort konnte ihn ein Gothaer auf den Fünfmeterraum zurückspielen. Den ersten Gegenspieler, der an den Ball hätte kommen können, verteidigte Andy von Roda im Verbund mit Julian Bindel energisch. Der Ball rutschte dennoch durch, sodass ein weiterer Gothaer frei zum Abschluss kam, jedoch rechts am Tor vorbeischoss. Es begann eine Phase des Zitterns, denn auch wenn Gotha gegen Ende der Partie hauptsächlich durch Distanzschüsse auffiel, die problemlos von Constantin Marx pariert werden konnten, wussten Mannschaft und Trainerteam um die Qualität des Gegners, sodass man nicht einmal einen Augenblick den Fokus in der Defensive verlieren durfte. Der eingewechselte Maximilian Hirschel, der im Sturmzentrum agierte, sorgte in der Endphase des Spiels immer wieder gemeinsam mit Tobias Kiesel für Entlastung der Hintermannschaft, indem zahlreiche Abschläge von den beiden festgemacht werden konnten. Das brachte nicht nur Zeit, sondern verschaffte der Abwehrreihe auch wichtige Verschnaufpausen.
Als der Abpfiff ertönte, hätte man aufgrund des Jubels auf dem Rasen und bei den Zuschauern denken können, dass der MSV gerade gewonnen hat. Dabei war dies ein absolut gerechtfertigter Ausdruck für eine unglaubliche kämpferische Leistung der Mannschaft, die sich diesen Punktgewinn trotz der Rückschläge in diesem Spiel verdient hat.
Auch wenn die Mannschaft vor diesem Spiel in diesem Duell einen Sieg angestrebt hatte, weiß man das Ergebnis korrekt einzuordnen. Man hat aus den Umständen das Maximum herausgeholt, Moral bewiesen und gezeigt, warum man aktuell mit sechs Punkten Vorsprung von der Tabellenspitze grüßt.
Am kommenden Wochenende ist der Mosbacher SV 1911 wieder zuhause gefordert. Gegen die SG FSV Leimbach, gegen die man im Hinspiel in letzter Minute einen Sieg herschenkte und nur Remis spielte, geht es für die Mosbacher erneut auf Punktejagd, bevor man eine Woche später ebenfalls zuhause im Langetal im Kreispokal-Viertelfinale auf die SG VfB 1919 Vacha trifft.
Das Aufgebot:
Constantin Marx, Maximilian Bruder, Julian Bindel, Philipp Urban, Tobias Kiesel, Yannik Peterhänsel, Marcus von Roda, Nils van den Brandt, Luca Lippold, Andy von Roda, Jonas Mäurer, Mika Schade, Jonas Brandau, Maximilian Hirschel, Mike Zimmermann, Tim Möbius, Philipp Jung, Maik Hirschel
Die Wechsel:
Mike Zimmermann für Nils van den Brandt (45+3‘),
Maximilian Hirschel für Luca Lippold (72‘), Mika Schade für Julian Bindel (90‘),
Tim Möbius für Tobias Kiesel (90+2‘)
Zuschauer: 300
Das Kollektiv: Luca Sophie Krech, Carlo Backhaus, Daniel Martjuschew